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Nur wo TAIJI drin ist, ist auch etwas dran. 

(kryptisch aber wahr)

 

 

Tai Chi (Taijiquan) oder chinesisches Schattenboxen genannt, ist eine im Kaiserreich China entwickelte innere Kampfkunst. In der Volksrepublik China ist Taijiquan in zumeist stark vereinfachter Form ein Volkssport und in den Parks der Städte sieht man in den Morgenstunden tausende Menschen beim Üben der Bewegungen.

Über den Aspekt als Kampfkunst und Selbstverteidigung hinaus wird Taijiquan häufig als allgemeines System der Bewegungslehre oder als Gymnastik betrachtet, das einerseits der Gesundheit sehr förderlich ist, andererseits der Persönlichkeitsentwicklung und der Meditation dienen kann. Besonders im Westen tritt der Kampfkunstaspekt häufig hinter diesen Aspekten zurück.

quelle > http://de.wikipedia.org/wiki/Tai_Chi_Chuan 

 

 

Fragen und Antworten:

Im Laufe der über 25 Jahren, in der ich mich mit Taijiquan beschäftige, habe ich verschiedene Stile, Lehrer, "Meister" und Herangehensweisen erfahren dürfen. Für mich haben sich die Formen und Prinzipien, die ich von Erle Montaigue gelernt habe, am meisten geholfen - gesundheitlich, geistig und kampftechnisch. Dafür bin ich unendlich dankbar. 

In meinem Leben und in meinem Unterricht geht Taijiquan weit über eine Bewegungslehre hinaus. Taijiquan dient als Werkzeug, um lernen zu können, mit den Strömungen in uns und um uns herum zu fliessen. Somit hat Taijiquan mir geholfen, die unermessliche Leichtigkeit des Seins zu erleben und schätzen zu können. Taijiquan ist nicht unbedingt für jeden Mensch DER Weg zur Gesundheit oder Erkenntnis oder was auch immer die Menschen suchen, aber es kann, mit der richtigen Aufmerksamkeit gefolgt, ein Beitrag zum Erlangen von menschlicher Reife leisten.

Folgende Fragen tauchen häufig im Unterricht auf. Falls Du andere hast, schick mir eine Email oder komm vorbei!  Kurszeiten findest Du unter "Kurse", links.

     F: Wie oft sollte man die Taiji-Form üben?

A: Grundsätzlich so oft wie man Zeit hat. Mein Lehrer empfiehlt mindestens dreimal hinter einander: das erstemal für die Muskeln und Knochen, das zweite mal für das Qi und das dritte Mal für die Seele. Die alten Meister sprachen von bestimmten Zeiten: früh morgens, mittags, abends (18:00 Uhr) und einmal um Mitternacht, jedoch ist eine derartige Zeiteinteilung in unserer Gesellschaft und mit unseren Lebensstil kaum zu vereinbaren.

     F: Wie lange soll die Form dauern?

A: Normalerweise nimmt man 20 bis 25 Minuten als Richtlinie für die lange Form. Wenn es etwas länger dauert, ist das auch gut, vorausgesetzt, die Form fließt noch, d.h. die längere Zeit kommt aus noch langsameren Bewegungen und nicht aus Pausen.

    F: Was mache ich, wenn meine Knie schmerzen?

A: Bei Knieschmerzen, die durch Taiji ausgelöst werden, sollte man zuerst darauf achten, dass die Knie immer in einer Position über den Füßen bleiben, jedoch nicht über die Fußspitzen herausragen, dass sich die Knie nur vor und zurück bewegen (nicht rotieren lassen) und dass das Gewicht i.Allg. über den Fersen bleibt bzw. nicht zu weit nach vorne verlagert wird. Sollte man diese Kriterien erfüllen können und die Knieschmerzen dennoch nicht verschwinden, dann ist die Form in einer etwas höheren Position zu üben, d.h. nicht so tief in die Knie gehen.

     F: Muss ich auch Waffenformen lernen, um eine hohe Fertigkeit in Taijiquan zu erlangen?

A: Nein. Die meisten Menschen, die sich eine lange Zeit mit Taiji beschäftigen, lernen aber früher oder später eine oder mehrere Waffenformen. Sie machen Spaß und sind für die Gesundheit und für die Kommunikation zwischen den beiden Gehirnhälften sehr fördernd.

     F: Die Vorstellung, eine Kampfkunst auszuüben widerstrebt mir. Ich wollte nur etwas Entspannung          
         erfahren.

A: Wie alles Wertvolle im Leben hat auch Taijiquan zwei Seiten. Wasser ist lebensnotwendig und tut gut, wenn man Durst hat, kann reinigen und entspannen. Wasser kann auch viel Schaden anrichten. Ein Skalpell kann in den richtigen Händen heilen aber genauso kann es tötlich sein. Je präziser ich mein Taijiquan ausführe, d.h. die Bewegungen effizient, zielgerichtet und entsprechend der Regeln der Körpermechanik, umso größer ist die gesundheitliche und die selbsverteidigende Wirkung. Es ist beruhigend, ein Feuerlöscher zuhause zu haben und am allerschönsten, wenn man ihn nie benutzen muss. 

    F: Worin besteht der Unterschied zwischen Taiji und Yoga?

A: Die Ziele von Hatha Yoga und Taijiquan sind die gleichen: Entspannung, Körperbewusstsein, eine Sensibilisierung gegenüber dem „Selbst“ u.v.m., jedoch sind die Wege verschieden. Es gibt auch unter dem Namen „Taiji“ eine Vielzahl an verschiedenen Stilen und Ausführungsarten; alle sind Türen zu ein und demselben Haus.

     F: Muss man Partnerübungen machen? Ich finde sie anstrengend.

A: Nein, es gibt kein Gesetz das besagt, alle Taijiquan-Praktizierende müssen Partnerübungen machen. Am Anfang scheinen sie auch nur lästig. Aber nach einer gewissen Zeit beginnt man die Partnerübungen regelrecht zu schätzen als Ergängzung zur Formübung. Partnerübungen sind ein klassischer Bestandteil des gesamten Übungsgutes. Leider werden die Partnerübungen häufig als Wettbewerb missbraucht oder die Zeit mit dem Partner wird als „Kaffeeklatsch“ vergeudet. Die Partnerübungen können dazu beitragen, die Körperwahrnehmung zu erhöhen, Geist und Körper auf instinktive Reaktionsfähigkeiten rückzubesinnen, Bewegungsbilder der Form zu prüfen, das „Wurzeln“ zu lernen u.v.m. Die Übungen dürfen nie zu einem Wettkampf ausarten, vielmehr arbeiten wir mit einem Partner, um uns gegenseitig zu helfen, tiefere Einsichten in das Taijiquan zu erlangen.

     F: Gibt es farbige Gurte in Taijiquan, die einen bestimmten Grad der Meisterschaft bescheinigen, so wie in
         anderen Kampfkünsten?

A: Nein. Es gibt weder Prüfungen noch Aufsichtsgremien. Da Taijiquan eine „Innere Kampfkunst“ ist, je tiefer wir uns mit Taijiquan beschäftigen, umso mehr passiert im inneren des Menschen und weniger sieht man von außen. Es ist fast unmöglich von Außen zu beurteilen, was ein Mensch für innere Erkenntnisse durch seiner Kunst erlangt hat. Es gibt natürlich bestimmte äußere Merkmale oder Fähigkeiten, die eine langjährige Beschäftigung mit Taijiquan mit sich bringen und die zu einem gewissen Grad getestet werden können: entspannte Aufrichtung des Körpers, Wurzelung, erhöhte Abwehrkräfte u.a.  Die wahren Schätze des Taijiquan liegen jedoch verborgen – Taijiquan ist letzten Endes eine Sache, die wir für uns machen und nur für uns selbst.

      F: Das verstehe ich, aber gibt es nicht verschiedene Stufen der Fertigkeit? Wie soll ich wissen, ob ich weiter gekommen bin mit meinem Üben?

A: Die Form kann, grob gesehen, sich durch sieben verschiedene Ausführungsstufen entwickeln. Wir lernen zunächst eine Art „Blockform“, die erste Stufe. Nach einer gewissen Zeit, wenn wir die Prinzipien des Taijiquan im Auge behalten, merken wir, dass der Körper von sich aus bestimmte Bewegungen und Haltungen etwas verfeinern möchte. Oder wir erkennen, dass in einer Bewegung, die wir so oder so gelernt haben, etwas fehlt. Dann ist der Zeitpunkt gekommen, den Lehrer zu fragen, was als Nächstes mit der Form passieren kann. Mit etwas Glück hat der Lehrer die nächste Ausführungsstufe selber schon erfahren und verinnerlicht und kann den Schüler eine Richtung geben. Wie bei den vier Atmungsarten soll der Schüler von sich aus darauf kommen, dass eine Vertiefung der Kenntisse ansteht.

     F: Und wie lange dauert es, bis ich bereit bin, die nächste Stufe zu erlernen?

A: Das ist natürlich ganz unterschiedlich. Die „Stufen“ sind auch nicht sauber von einander getrennt, d.h. bestimmte Erkenntnisse, die zu einer Ausführungsart gehören verarbeiten wir früher als andere und mischen sich in unsere Form schon nach relativ kurze Zeit ein. Es wird gesagt, daß um die erste „Blockform“ zu erlernen und einigermaßen ausführen zu können es etwa zwei Jahre dauert. Yang Cheng Fu hat angeblich mal gesagt, dass man sein Form erst nach 10 Jahren öffentlich zeigen sollte.

       F: Kann man Taiji zu Musik üben?

A: Es kommt darauf an, welches Verhältnis man zu Musik hat und was damit bezweckt wird. Taijiquan soll uns nicht „wegdriften lassen“. Eine entspannte und verfeinerte Konzentration oder Wahrnehmung der Einheit „Körper, Geist und Bewegung“ soll sich einstellen beim Durchlaufen der Form. Wenn Musik dies fördert, kann sie dienlich sein. Die Gefahr besteht jedoch, dass man sich auf den Rythmus der Musik einstellt, anstatt den eigenen Rythmus zu lauschen und zu folgen.

 

Hier ein kleines Video zur Taiji-Schwertform:

Ja, es geht natürlich auch langsamer!

Interesse geweckt? 

Schwertformtraining als Bildungsurlaub hier:

EAG Schwert.pdf
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